grünes Buch abgebildet auf dem steht der Text "Berlin liest ein Buch". Hinter dem Buch Wahrzeichen wie Bär und Fernsehturm.

2023 hat Berlin das Buch „Der Hausmann“ von Wlada Kolosowa gelesen. In der Bibliothek des Lette Vereins gab es dazu einen Projekttag. Das erarbeitete Material kann nachgenutzt werden.

Die Aktion „Berlin liest ein Buch“ wird seit drei Jahren vom RBB und DBV initiiert. Jedes Jahr wird von Journalist:innen und Bibliothekar:innenein spannendes Buch ausgesucht. Es gibt dazu Radiosendungen und Lesungen in Bibliotheken. Lesekreise und Diskussionsrunden werden gebildet. Es macht Spaß, gemeinsam zu lesen und miteinander über das Gelesene ins Gespräch zu kommen.

Im Berufsausbildungszentrum Lette Verein https://opac.lette-verein.de/ waren Bibliothekarin und Deutschlehrerinnen vom „Hausmann“ so begeistert, dass sie einen Projekttag für mehrere Klassen organisierten. Am 29. Juni wurde die Bibliothek zur großen Experimentierwerkstatt. Etwa 40 Jugendliche lasen Kapitel aus dem Buch und verarbeiteten sie dann zu Gedichten, Bildern oder szenischen Darstellungen. Eine Gruppe hat sich überlegt, wie das Buch weitergehen könnte und ein zusätzliches Kapitel geschrieben.

Das Buch eignet sich hervorragend für einen Projekttag mit Jugendlichen ab 16 Jahren. Die Aufgabenkarten der Kolleginnen aus dem Lette Verein können von Bibliotheken und Schulen nachgenutzt werden https://opac.lette-verein.de/OER/Handreichungen .

Worum geht es im Buch?

Tim und Thea sind in ein Berliner Mietshaus hinter dem S-Bahn-Ring gezogen. Tim ist Künstler und arbeitet an einer Graphic Novel. Thea versucht sich in ihrem ersten richtigen Job in einem Start-up. Was die beiden erleben, das erzählen sie jeweils aus ihrer eigenen Perspektive und in ihrer eigenen Ausdrucksweise. Wir lernen die Geschichte aber auch noch aus ganz anderen Perspektiven kennen. Verschiedene Menschen aus dem Haus und aus der Straße berichten übereinander, über sich selbst und ihre Sicht der Dinge. Es ist urkomisch und am Ende kommt natürlich alles anders. Das Buch ist leicht zu lesen, fühlt sich frisch und echt an. Dabei bewegt es durchaus die schwerwiegenden Fragen der Jugend von Klimakrise bis Kapitalismuskritik. Meine Empfehlung als Sommerlektüre und Lesestoff außerhalb des Rahmenlehrplans.

Jana Haase, Juli 2023