Frau steht vor einem Flipchart und schreibt mit einem schwarzen Stift auf das Papier. Am Flipchart befinden sich schon drei Post-Its. HInter Frau und Flipchart ist ein Fenster und und eine große Zimmerpflanze

Ein Bericht von Diana Thiele

In der vergangenen Woche habe ich mich vier Tage lang auf der Bibliocon herumgetrieben und so viele Sessions zum Thema Schulbibliotheken, Leseförderung und Kinder/Jugendliche besucht wie möglich. Außerdem war ich zur öffentlichen Arbeitssitzung der Kommission Bibliothek und Schule des dbv eingeladen, wo ich die AGSBB vorstellen durfte.

Schulbibliotheken und Standards

Die Kommission hat unter Anderem ein Hands-on Lab mit dem Titel „Brauchen wir neue Standards für Schulbibliotheken? Über Sinn und Nutzen von Standards für die schulbibliothekarische Arbeit“ durchgeführt. Der Workshopraum war voll. Es gab fünf Tische, an denen wir reihum zu großen Themenblöcken über Standards sprechen sollten. Die fünf Themen waren Raum / Einrichtung, Bibliothekspädagogik, Finanzierung / Beschäftigte, Kooperationen und Bestand. Natürlich wurde auch über grundlegende Dinge diskutiert. Das größte Thema hierbei war, ob Standards möglichst hoch angesetzt werden sollten, um eine hohe Qualität zu gewährleisten, oder eher niedrig, um keine Hemmschwellen bei der Einrichtung einer Schulbibliothek aufkommen zu lassen. Zu einem abschließenden Ergebnis sind wir natürlich vor Ort nicht gekommen. Die Kommission nimmt die Arbeitsergebnisse mit, um die Seite schulmediothek.de damit zu überarbeiten.

Bei diesem Workshop wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass es in der Schweiz Standards für Schulbibliotheken gibt. Diese sind auf bibliosuisse veröffentlicht. Außerdem gibt es in Italien ein Schulportal für integrierte Schulbibliotheken. Hier gibt es einen nationalen Leseplan, der von Schulen verfolgt wird und unter Anderem Fortbildungen für Lehrkräfte und Schulleitungen beinhaltet.

Hier könnt ihr die Ergebnisse des Workshops sehen:

Arbeitssitzung

Leider konnte Malin Utter, Bibliothekarin aus Schweden, nicht anwesend sein. Sie hat stattdessen ein kurzes Video geschickt, um uns vom aktuellen Stand nach dem neuen Gesetz aus dem vergangenen Jahr zu berichten. In ihrem Bericht gibt es hauptsächlich um Kooperationen, Fort- und Weiterbildungen und die Möglichkeiten, die die neue Reform mit sich bringt. Wir sind gespannt, was Schweden in einigen Jahren berichten kann.

Frank Raumel hat von den ersten Ergebnissen der DBS 2025 berichtet. Nur 22 Prozent der gemeldeten Schulbibliotheken haben im vergangenen Jahr ihre Daten gemeldet. Das ist ein Abwärtstrend, den wir dringend aufhalten sollten, um mit aktuellen Zahlen argumentieren zu können. Die Anzahl der selbständigen Schulbibliotheken hat sich auf der anderen Seite aber leicht erhöht. Frank hat darauf hingewiesen, dass auch Dienstleistungen für Schulen in der DBS 100 erfasst werden sollen.

Der Vorstand wurde gebeten, sich ebenfalls vorzustellen. Das habe ich gern übernommen, da ich eh an der Bibliocon teilgenommen habe. Einigen Mitgliedern der aktuellen Kommission war gar nicht bewusst, dass wir in Berlin als ehrenamtlicher Verein tätig sind und uns ebenfalls für Schulbibliotheken stark machen. Natürlich habe ich auch ein bisschen Werbung für den Schulbibliothekstag gemacht. Hier könnt ihr meine Präsentation ansehen:

Außerdem wurden kleinere Beiträge wie Gedanken zum Sammeln und Teilen von Konzepten, Informationen zum aktuellen Stand des Start-Chancen-Programms und Medienpädagogik besprochen. Leider waren nicht sehr viele Menschen anwesend, da zeitgleich ein Vortrag zum Thema Schulbibliotheken lief. Das war sehr schade. Aber dennoch war es eine sehr interessante Veranstaltungen mit guten Diskussionen.